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»Wir sind Wir«

Das popkulturelle Deutschland fährt völkisches Geschütz auf

Dass Popkultur in Deutschland nicht anders strukturiert ist als der gesellschaftliche Mainstream, verdeutlichten nicht erst Mia mit ihrer »sexy« Hommage an die Berliner Republik. Popkultur zeichnet gesellschaftliche Diskurse um Volk, Heimat und Nation nach und spiegelt dabei ebenso die verschiedene Nationalismen in Deutschland wider. Besangen Mia noch ein besseres neues Deutschland, so beschwören nun Peter Heppner und Paul van Dyk mit »Wir sind Wir« die völkische Einheit Deutschlands. Wurde vor lauter »Unverkrampftheit gegenüber der eigenen Nation« alle Selbstbeschränkung in Punkto Nationalismus aufgegeben?


War es bislang vornehmlich ausgewiesenen Nazis und Vereinigungen wie dem »Verein Deutsche Sprache« (VDS) vorbehalten den »Kulturkampf« aufzunehmen, so entwickelt sich das popkulturelle Deutschland derzeit so rasant, dass ihnen Sönke Wortmann, Mia, Heppner und Co. im Streit um eine »nationale Identität« den Rang ablaufen. Den selbsterklärten Kulturwächtern der Nation bleibt so lediglich das verdutzte aber zustimmende Zitieren Antje Vollmers Engagements für eine »selbstbewusste Kulturnation«(1) übrig. Im Schatten der großen Erfolge deutscher Popkultur konstatiert so beispielsweise das NPD-Hausblatt Deutsche Stimme, dass »von keinem nennenswerten Einfluss einer Neuen Rechten, oder der nationalen Opposition auf die Popkultur die Rede sein«(2) könne. Stimmt, den braucht es auch nicht, denn deutsche Identität im kulturellen Gewand, das Besingen des kollektiven »Wir« ist über alle Sparten- und Szenegrenzen hinweg en vogue und erfährt bislang ungekannten Zulauf. Nicht nur den Nazis gilt das Nationale als authentische Essenz des Kulturellen gegenüber der Verflachung popkultureller Produkte und als Rettungsanker der »eigenen kulturellen Identität«(3) wider der »kulturellen Überfremdung«(4). Längst hat »der Nationalisierungsdiskurs deutscher Popkultur [...] die Ebene der reinen Standortlogik verlassen, man setzt stattdessen unverhohlen auf trendy Geschichtsbewältigung«(5) und ein entspanntes Verhältnis zur eigenen Nation.

Früheren – erinnert sei an die Sampler »Krauts with Attitude« oder »Wo ist zu Hause Mama« – aber auch aktuellen Phänomenen der Nationalisierung der Popkulturszene – etwa die Spex-Rubrik »Popstandort Deutschland« oder Sampler wie »Neue Heimat - Electronic Music Made in Germany« – ging und geht es dabei vorgeblich um die nationale Segmentierung des Musikmarktes in greif- und vermarktbare Sparten. Auf diesem Weg wurde der universalistisch und westlich geprägte Popbegriff unterhöhlt, indem die Nation teils heruntergebrochen auf den eigenen Kiez, die »Musik von hier« als verbindende Klammer im popkulturellen Kontext hoffähig und nicht mehr selbstverständlich gegen Nation und Volk verwandt wurde. Nicht zufällig fiel auch schon damals die Argumentation für Musik aus Deutschland mit dem Verständnis vom eigenen, authentischen Independent-Sein gegenüber der Industrie in eins. Jüngst führte dies Jan Eissfeldt alias Jan Delay, einer der drei »Beginner«, vor, als er im Hamburger Abendblatt und der jüngsten Ausgabe der Spex sich nicht zu schade war, die geforderte Quote für deutschsprachige Musik mit dem Argument zu verteidigen, »Die Kids hören Rappern nun mal eher zu als Politikern«.(6)

In eigener Sache?

Derzeit nimmt die Initiative »Musiker in eigener Sache«, eine Vereinigung von mehreren hundert Künstlerinnen und Künstlern unter der Regie von Jim Rakete, Cathrin Weidner und Antje Vollmer, einen erneuten Anlauf, nationale Kultur endlich per Gesetz verordnen zu lassen. Im Gegensatz zur reinen Standortdiskussion ruht die neuerliche Initiative auf zwei Säulen und appelliert offen ans nationale Gemeinwesen. Vergleichbar mit der Forderung Heinz Rudolf Kunzes nach Quoten-geregelter Sprach- und Kulturpflege, verknüpfen die »Musiker in eigener Sache« erstmals beide Argumentationsstränge: Protektionismus und Stärkung des deutschen Musikmarktes durch Repräsentation der Band aus der Nachbarschaft zum einen, nationale Kultur- und Identitätspflege zum anderen.

Dabei verbindet Inga Humpe (2Raumwohnung), Yvonne Catterfeld, Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen), Joachim Witt und Frank Zander die gemeinsam empfundene Bedrohung durch das »dominante anglo-amerikanischen Repertoire« immer »weniger weltumspannende[r] Firmen«(7), also »die Allmacht des amerikanischen Kulturimperialismus«(8) und die damit vorgeblich einhergehende »oligopole Struktur des internationalen Musikgeschäfts«(9). Diese »Bedrohung« ermöglicht auch Joy Denalane, Jan Delay (Beginner), Mieze (Mia), Smudo (Die Fantastischen Vier) und Xavier Naidoo den Schulterschluss mit diversen Lederwestenträgern und Altrockern für Volk und Vaterland. Die Frontstellung gegen die herbeihalluzinierte bedrohliche Übermächtigkeit der »Fabrikmusik«(10) der angloamerikanischen Massenkultur ist der Generationen und Musiksparten übergreifende Kitt, der mehr als 500 Musikerinnen und Musiker zusammenhält. Im Aufruf der Initiative ist die Rede davon, dass die »Quote zugunsten der Musik von deutschsprachigen Künstlern [...] eine Notwendigkeit [sei], weil sie das einzige politische Mittel [wäre], eine Chancengleichheit in den Medien wieder herzustellen.«(11) Wer die Chancen einschränken würde, führt beispielhaft die Süddeutsche Zeitung mit einem Verweis auf Frankreich aus, wo die Quote von Anbeginn der »Abwehr [...] vor allem der amerikanischen Kulturindustrie« diente, da dort abzusehen war, »dass auf mittlere Frist die Erzeugnisse der amerikanischen Traumfabrik die Märkte beherrschen würden«(12). Das Ressentiment gegenüber angloamerikanischer Massenkultur ist das Element, das Linke, Rechte, den Präsidenten des Bundestages und die Interessenvertretung des deutschen Mittelstandes verbindet. Jedoch ist dieses nicht in jedem Falle konstitutiv für eine deutsche Identität. Eine ganze Reihe Künstler würden sich zwar dem Ressentiment gegen die USA anschließen und sich dennoch gegen die deutsche Nation aussprechen, erinnert sei beispielsweise an die ansonsten sehr geschätzte Band Fink mit deren Lied "Bagdad Blues". Jedoch ist von einer katalysierenden Wirkung gegen Massenkultur und für das Engagement für Volk und Vaterland auszugehen, wie auch die Anschlussfähigkeit an die Proteste gegen Hartz IV oder das zivilgesellschaftliche Engagement gegen Nazis in der Vergangenheit bewiesen. Demgegenüber entfaltete der Antiamerikanismus im Zuge der US-amerikanisch geführten Kriege in Afghanistan und dem Irak ein derart anschlussfähiges Wahnsystem, dem die anderen möglichen Faktoren allenfalls noch kumulativ hinzu treten. Mit Blick auf den popkulturellen Nationalismus ist jedoch zunehmend zu beobachten, dass es dieses Vehikels nicht mehr bedarf, um der eigenen Heimat »Liebeslieder« zu schreiben.

Der Erfolg der Initiative »Musiker in eigener Sache«, gemessen am Spektrum der MusikerInnen und KulturpolitikerInnen, die sich der Quotenforderung für deutsche Musik im Radio anschließen, begründet sich darin, den gemeinsamen Nenner eines breiten politischen Spektrums anzusprechen. Sowohl revisionistischer Chauvinismus, das »bessere«, moderne Deutschland, alternative Streiter für Independentkultur aber auch gescheiterte KünsterInnenexistenzen finden hier ihren Anknüpfungspunkt. Wichtiger Aufhänger der aktuellen Debatte ist dabei die Kritik am mangelhaften ästhetischen und authentischen Gehalt öffentlich rechtlicher und privater Radioprogramme. Diese Kritik ist zu weiten Teilen deckungsgleich mit der Klage über den »kulturindustriellen Schund«(13).

Es ist richtig, unter dem Eindruck der Rolle von Kultur unter spätkapitalistischen Verhältnissen, sich nicht rein affirmativ auf dem Popfeld zu bewegen. Dafür bietet sicher auch eine halbe Stunde »Radiogenuss« genügend Gründe. Wozu es jedoch des nationalistischen Tickets bedarf, um daran Kritik zu üben, bleibt verborgen. Anstatt sich die Verhältnisse vorzunehmen, denen das Radio die Begleitmusik spielt, ergeht man sich im antiamerikanischen Hass auf Unkultur, Musikindustrie, Maschinenmusik und im Bestreben, im nationalen Heil Authentizität zu finden, und versucht vermeintlich widerständige (Sub-)Kulturen dagegen in Stellung zu bringen. Auffällig ist, dass es gerade für Musiker und Musikerinnen aus einem vermeintlich linken, oder zumindest subkulturell-alternativen Kontext heute absolut unproblematisch ist, sich für eine Quote für deutsche Musik zu engagieren. Roger Behrens, Mitherausgeber der Testcard, geht mit seiner Einschätzung dieses Phänomens noch einen Schritt weiter, indem er mit Blick auf den subkulturell verpackten Nationalismus sagte: »Hier wird ja versucht, die Begriffe der Subkultur oder Subversion zu revitalisieren, explizit mit einem Bezug auf ›das andere‹ oder ›das bessere‹ Deutschland, oder in irgendeiner Weise ein Bezug auf ein vermeintlich subkulturell tragfähiges Modell von deutscher Identität.«(14)

»Ein schlechter Lauf«

Was sich schon bei Mias Betreten neuen deutschen Landes angedeutet hatte – ihr Liebeslied an die Deutsche Nation konnte von weiten Teilen der Popkultur nicht so recht als Tabu- oder zumindest Bruch mit der universellen Geltung von Popkultur wahrgenommen werden –, setzt sich bis heute fort. Spielten Mia doch den konsequenten Soundtrack zu dem, was im geläuterten Deutschland zum Allgemeingut geworden war: der instrumentelle »Umgang mit der eigenen Vergangenheit, gepaart mit einer neorevisionistischen Historiographie«(15). Damit trafen Mia den rot-grünen Zeitgeist und komponierten das Abbild der politischen Debatten um Vergangenheitsbewältigung, den Irakkrieg und den viel zitierten »Schlussstrich«. Spätesten an diesem Punkt wird deutlich, dass auch dem Selbstverständnis nach linke, alternative Kulturszenen nicht anders strukturiert sind als der gesellschaftliche Mainstream. Brechen Referenzsysteme, wie etwa die inzwischen nahezu vollständig kulturalisierte Poplinke weg, wird das Naheliegendste genommen und man klinkt sich vom Prinzip her genau da ein, wo auch die offizielle Gesellschaft schon gelandet ist.(16) Affirmativ verstärkt, wird dann auch aus der Deutschlandfahne Mode.

Zog Mia aufgrund der Bandgeschichte zumindest noch den Unmut eines kleinen Restes kritischer Geister auf sich, so lockt Rammsteins Plädoyer für »gesundes« Volkstum in ihrem Song »Amerika« oder Peter Heppners und Paul van Dykes »Wir sind Wir« nur noch hier und da ein »liberales Lichtlein«(17) hinter dem Ofen hervor. Darin liegt die neue Qualität – völkischer und revanchistischer Nationalismus wird vor lauter Gerede um das zu klärende Verhältnis zur eigenen Nation ignoriert oder schlichtweg übersehen, wenn nicht gar gut geheißen. Im Gegensatz zum SPD-Pop von Virginia Jetzt, Mia, Angelika Express und Wir sind Helden repräsentieren Heppner und van Dyk kein geläutertes, tolerantes oder »besseres« Deutschland, sondern setzen mit ihrem Chartbreaker dort an, wo Jörg Friedrich mit »Der Brand« aufgehört hat. Vor lauter Gerede um ein unverkrampftes Verhältnis zur eigenen Nation und um dessen kulturellen Ausdruck wurde nicht mehr wahrgenommen, dass Heppner und van Dyk in pseudo-lyrischem Gestus verpackt Hunderttausendfach verkaufen, was keine Naziband deutlicher ausdrücken könnte. Vielmehr gilt ihr Werk als authentisches, wahrhaftiges Lied, das aus dem üblichen »sinnentleerten Singsang«(18) von MTV und Viva herausstechen würde. Und so ist überall nachzulesen, dass das deutsche Publikum »verwundert auf dem Sofa sitzt, [und] dieses neue Gefühl wahr[nimmt], durch ein Musikvideo von Deutschland und seiner Nachkriegsgeschichte ergriffen zu sein.« (19) Denn so oft hätte es das nicht gegeben, »ein gutes Lied über diese Nation – ohne Ironie, ohne Abwertung, ohne Distanz. Im Gegenteil, voller Anteilnahme.«(20) Ähnlich wie die Welt-Autorin Susanne Leinemann dürften Millionen deutscher Kinobesucher auch im »Onkel Adolf«-Drama »Der Untergang« gefühlt haben.Mit Passsagen wie »So schnell kriegt man uns nicht klein. Keine Zeit zum Bitter sein / Wir sind Wir / Aufgeteilt, besiegt und doch schließlich gibt es uns ja immer noch« beschwören der Wolfsheim-Sänger und der Techno-DJ aus Eisenhüttenstadt hymnisch die Schicksals- und Opfergemeinschaft »deutsches Volk«. Durchzogen von Durchhalteparolen an das knapp der »Auslöschung« durch die Sieger entgangene deutsche Volk, verleiht es der Volksseele einen schaurig-eindrucksvollen kulturellen Ausdruck auf dem Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein. Und damit es am Ende auch wirklich jeder und jede versteht, humpelt zur Textzeile »Doch bleiben viele Fenster leer, für Viele gab es keine Wiederkehr / Und über das was gerade noch war, spricht man heute lieber gar nicht mehr«, ein geschundener Wehrmachtssoldat durch das ausgebombte Berlin. Dabei gehen van Dyk und Heppner mit »Wir sind Wir« über die bloße Verdrehung des Täter-Opfer-Verhältnisses – in dem Zweiter Weltkrieg, Holocaust und Volksgemeinschaft nicht mal im Ansatz Erwähnung finden, sehr zentral aber die Schäden der Bombardierung Berlins – hinaus, wenn sie vor dem Hintergrund des »Wirtschaftswunders« bewusst mehrdeutig texten: »Jetzt können wir haben was wir wollen / Aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr?« Mit anderen Worten, alles Materielle war wieder zu kaufen, Volkswagen, Persil und Nylonstrümpfe, aber eigentlich strebten die Deutschen nach Höherem. Spätestens ab dieser Zeile spielen Heppner und van Dyk mit einer Ambivalenz, die ihnen immer eine Hintertür offen hält, aber dennoch ihre Intention des völkischen Revanchismus offenbart. Die Deutschen wollten tatsächlich viel mehr, »Lebensraum« und völkische Reinheit, die Judenvernichtung implizit. Und schon beim leisesten Anflug von Kritik am Lied öffnet die Welt erwähntes Hintertürchen: »Was als Appell an ein wieder vereintes und doch orientierungsloses Deutschland gemeint war, zu seiner eigenen Stärke zu finden so wie in den kraftvollen Aufbaujahren der Fünfziger und frühen Sechziger, das erscheint der Kritik anrüchig. Funkt es tatsächlich einmal zwischen demokratischer Nation und trendigem Pathos, dann soll es aber bitte sicher und übersichtlich zugehen wie in einem Verkehrskindergarten.«(21) Deutlicher als diese bewusste Mehrdeutigkeit jedoch geht es kaum, außer auf einem Treffen Freier Kameradschaften, oder aber zwei Textzeilen davor, wenn Heppner dem deutschen Volk verbal auf die Schulter klopft und singt: »Aus Asche haben wir Gold gemacht« womit er versucht, das hoch assoziative Bild der Bereicherung der Deutschen am Zahngold der in KZs industriell ermordeten europäischen Juden in den Kontext des Wiederaufbaus, des zu eigener Stärke zurückfindenden Deutschlands zu versetzen.

»Wir sind Wir« steht also für eine tiefgreifende Revision der deutschen Geschichte, die allerdings die der »hippen Wohlstandspatrioten« wie Mia und Co. um Längen übertrifft. Letztere wollen einen dicken Schlussstrich unter die Geschichte ziehen und den Holocaust ad acta legen, um sich selber endlich nicht mehr bemitleiden zu müssen. Dafür versuchen sie in Schwarz Rot Gold gehüllt auf ihren Konzerten ein tolerantes Deutschland zu erspielen, mit viel Liebe, Ökostrom und tollen Retro-Klamotten. Inmitten dieser Unverkrampftheit fahren Heppner und van Dyk schwereres, nämlich völkisch-nationales Geschütz auf. Sie erkennen erst gar nicht an, worunter ein Schlussstrich gezogen werden könnte. Sich durchaus des Holocausts und des Zweiten Weltkrieges bewusst, spielt dies dennoch keine Rolle für ihr kulturelles Bekenntnis zur deutschen Nation. Für Heppner und van Dyk gibt es nicht einmal die für das moderne Deutschland konstitutive europäische Katastrophe, die alle unterschiedslos zu Opfern der Geschichte macht, Juden und Jüdinnen, Russen und Russinnen, Polen und Polinnen und eben Deutsche. Für das Duo gibt es nur deutsche Opfer und eine das deutsche Volk kontinuierlich in seiner Existenz bedrohende äußere Macht.

Common Sense

Trotz zuweilen widerständigem oder zumindest aufgeklärtem Gestus, lässt sich an popkulturellen Phänomenen der gesellschaftliche common sense ablesen. Peter Heppner und Paul van Dyk gehen dabei erst gar nicht den Umweg, ein »besseres« Deutschland repräsentieren zu wollen, für sie ist die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland »doch nur ein schlechter Lauf«, aus dessen Interpretation das anschließende »So schnell geben wir doch jetzt nicht auf« nur noch als Drohung zu verstehen ist. Neu an dieser Entwicklung ist, dass wie im Falle von »Wir sind Wir« völkischer Nationalismus im Loveparade-Format zum Chartbreaker wird und eine deutliche Kritik daran nicht mehr zu vernehmen ist.


Marvin Alster (lebt in Leipzig und ist dort in verschiedenen Kulturprojekten tätig)

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Fußnoten:

  • (1) Doris Neujahr, Deutsch ist in Mode - Musik, Werbung, Sprache: Das Ende der Amerikanisierung hat begonnen, Junge Freiheit, 8. Oktober 2004.
  • (2) Chiffren nationaler Normalisierung. Neues deutsches Kultur- und Selbstbewusstsein in der Popmusik alarmiert linke Kulturwächter, Deutsche Stimme, 23. Januar 2004.
  • (3) Johannes Willms, Eine Quote für Deutschlands Pop, Süddeutsche Zeitung, 9. September 2004.
  • (4) Ebd.
  • (5) "Endlich nicht mehr fremd im eigenen Land", Erklärung des Conne Island Leipzig zur Konzertabsage der Band Mia, http://www.conne-island.de.
  • (6) Jan Eissfeld am 29. Oktober 2004 im Hamburger Abendblatt.
  • (7) Aufruf der Initiative "Musiker in eigener Sache", http://www.theberliner.com/musiker_in_eigener_sache.
  • (8) Wolfgang Thierse, Quote für deutsche Musik, http://www.dwworld.de/dw/article, 29. März 2004.
  • (9) Antje Vollmer, Das ist keine nationalistische Deutschtümelei, http://www.spiegel.de/kultur/musik, 17. Oktober 2004.
  • (10) Jan Eißfeldt im Interview: "Die Hamburger Tafelrunde", Spex #282, 11/2004.
  • (11) Aufruf der Initiative "Musiker in eigener Sache".
  • (12) Willms, Eine Quote für Deutschlands Pop.
  • (13) Wobei in der Regel unter "Kulturindustrie" nicht das gesellschaftliche Verhältnis, sondern lediglich eine fabrikartige, industrielle und seelenlose Kulturproduktionsindustrie verstanden wird.
  • (14) Roger Behrens im Interview mit dem Conne Island und dem Beatpunk Webzine (http://www.public-ip.org, http://www.beatpunk.org).
  • (15) "Endlich nicht mehr fremd im eigenen Land".
  • (16) Roger Behrens im Interview mit dem Conne Island und dem Beatpunk Webzine (www.public-ip.org, www.beatpunk.org)
  • (17) Georg Diez, Böhse Enkelz - Der Wald, das Raunen und die große Unbefangenheit: Der neue deutsche Pop ist stolz und singt rechts, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. August 2004.
  • (18) Populärkultur wird deutsch, frei und unverkrampft. Peter Heppner und Paul van Dyk sind die neuen Buhmänner der bundesdeutschen Kulturwächter, Deutsche Stimme, 1. Oktober 2004.
  • (19) Susanne Leinemann, Unter Verdacht: Wolfsheim singen von deutschen Mythen, Die Welt, 27. August 2004.
  • (20) Ebd.
  • (21) Ebd.